ING-Deutschland warnt vor neuen KI-Cyberrisiken und fordert stärkere IT-Vorsorge
Banken müssen KI-Risiken ernst nehmen
Bei einer Branchenveranstaltung am 27. Mai in Frankfurt hat Lars Stoy, Vorstandsvorsitzender von ING Deutschland, vor den möglichen Gefahren neuer KI‑Modelle für die IT‑Sicherheit gewarnt und zugleich das Potenzial der Technik für das Bankgeschäft betont. Stoy machte deutlich, dass nicht nur Kreditinstitute, sondern auch Betreiber kritischer Infrastruktur wachsam bleiben müssten. «Jeder tut gut daran, das ernst zu nehmen», sagte er.
Grund der Besorgnis ist das jüngst diskutierte Modell Mythos des Entwicklers Anthropic, das nach Einschätzung von Fachleuten Schwachstellen in Betriebssystemen und Browsern identifizieren könnte, wenn es entsprechend eingesetzt wird. Stoy unterstrich, dass IT‑Security für seine Bank kein neues Thema sei, dennoch arbeite ING daran, ihre Schutzmaßnahmen an die veränderte Gefährdungslage anzupassen und weiter zu verbessern.
Gleichzeitig präsentierte Stoy Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage von ING Deutschland, die aufzeigt, dass Kunden grundsätzlich offen für KI‑gestützte Beratung sind, jedoch klare Erwartungen an Transparenz und menschliche Verantwortung stellen. Demnach könnten sich 54 Prozent der Befragten eine rein digitale, KI‑gestützte Beratung vorstellen, die individuelle finanzielle Situationen berücksichtigt. Über die Hälfte der Befragten nutzt bereits KI‑Assistenten, etwa für Erklärungen oder Empfehlungen.
Stoy sieht in der Technologie die Chance, Effizienz digitaler Banken mit einer verbesserten, personalisierten Beratung zu verbinden. Er betonte aber auch, dass technische Fortschritte Hand in Hand gehen müssten mit verstärkten Sicherheitsvorkehrungen, klaren Kontrollmechanismen und der schriftlichen wie praktischen Zusicherung menschlicher Verantwortung in beratenden Prozessen.
Seit seinem Amtsantritt bei ING Deutschland im vergangenen Jahr bringt Stoy seine Erfahrung aus großen Geldhäusern in die Debatte um KI und Sicherheit ein. Die Diskussion um agentische Modelle wie Mythos hat die Branche in Europa und den USA zu einem stärkeren Austausch über Regulierungsfragen und Sicherheitsstandards veranlasst.

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