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Studie aus Bayreuth: KI kann Anlageentscheidungen verbessern – oder massiv fehlleiten

14. September 2026

KI kann Finanzentscheidungen stark verbessern oder deutlich verschlechtern

Eine aktuelle Untersuchung der Universitãt Bayreuth zeigt, wie ambivalent der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei Geldentscheidungen sein kann. In einem Experiment mit 3.700 Teilnehmenden mussten Probanden einen Fondssparplan wählen und zwischen zwei faktisch identischen Indexfonds entscheiden, die sich nur in zwei Gebühren unterschieden. Damit entstand ein realistischer Zielkonflikt: Jeder Anbieter war bei je einer Gebühr vorteilhafter, doch insgesamt gab es fãr jede Sparrate einen eindeutig kostengünstigeren Anbieter.

Die Versuchspersonen trafen ihre Wahl entweder ohne Beratung oder mit Hilfe einer von drei Beratungsvarianten: einem neutral dargestellten KI-Chatbot, einer als Bank-KI etikettierten Version und einem menschlichen Finanzberater. Die Forschenden steuerten die Empfehlungen so, dass die Hilfen wahlweise korrekt oder absichtlich verzerrt waren. Die Auszahlung der Teilnehmenden hing daran, wie günstig ihre Anlageentscheidung ausfiel.

Starke Verstärkerwirkung in beide Richtungen

Ohne Beratung wählten rund 64 Prozent der Teilnehmer den günstigeren Anbieter. Empfahl ein neutraler KI-Chatbot den besseren Anbieter, stieg der Anteil auf circa 87 Prozent. Wurde die gleiche KI hingegen so programmiert, den schlechteren Fonds vorzuschlagen, sank der Anteil richtiger Entscheidungen auf etwa 34 Prozent. Die Studie zeigt damit klar: KI kann Entscheidungen deutlich verbessern, sie kann sie aber ebenso stark in die falsche Richtung lenken, wenn die Empfehlung verzerrt ist.

Bemerkenswert ist zudem, dass ein offengelegter Interessenkonflikt die Wirkung der KI kaum abschwächte. In der Bank-KI-Version wussten die Teilnehmenden, dass die Bank von ihrer Entscheidung profitieren kãnnte, dennoch blieb die KI einflussreicher als menschliche Berater. Insgesamt überzeugte die KI die Probanden im Experiment häufiger als persönliche Berater.

Studienleiter Fabian Herweg, Professor fãr Internationale Wettbewerbsökonomik an der Universitãt Bayreuth, warnt vor voreiliger Entwarnung: «Reine Transparenz, dass KI eingesetzt wird, reicht nicht aus. Entscheidend ist, welche Ziele der KI vorgegeben werden und welche wirtschaftlichen Interessen dahinterstehen.» Herweg fordert deshalb verbindliche Kontrollmechanismen, die sicherstellen, dass KI-Beratung konsequent an den Interessen der Kundinnen und Kunden ausgerichtet ist und regelmäßig geprüft wird.

Die Ergebnisse werfen grundlegende Fragen für Regulierer, Anbieter und Verbraucherschützer auf: Wie lassen sich KI-Systeme so gestalten und überwachen, dass sie verlässlich im Interesse von Anlegerinnen und Anlegern beraten? Die Forschenden plädieren dafãr, neben Offenlegung auch technische Prüfpfade, Auditierungen und klare Vorgaben zur Zielsetzung von Beratungs-KI einzuführen.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: fondsprofessionell.de
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