Welche Jobs die generative KI wirklich trifft und wer unersetzbar bleibt
KI verändert vor allem schriftbasierte, kognitive Arbeit
Eine aktuelle Analyse von Microsoft Research und OpenAI zeigt: Generative KI trifft nicht pauschal Jobs, sie verändert Tätigkeiten. Vor allem Berufe mit vielen textbasierten, informationsintensiven Aufgaben sind betroffen. Körperliche und handwerkliche Tätigkeiten bleiben weiter weitgehend geschützt.
Die Untersuchung wertete reale Nutzungsdaten aus rund 200 000 Gesprächen mit einem KI-Assistenten aus und kommt zu einem klaren Befund: In etwa 57 Prozent der Fälle ergänzte die KI menschliche Arbeit als Assistenz, in 43 Prozent übernahm sie Aufgaben vollständig. Das Ergebnis ist ambivalent und bietet gleichermaßen Risiko und Chance.
Top 15 Berufe mit hoher KI-Relevanz
Aus der längeren Liste wählten wir 15 Berufe, in denen die Einsatzwahrscheinlichkeit generativer KI besonders hoch ist. Viele davon erfordern akademische Qualifikation:
- Dolmetscherin / Übersetzerin — Ø 41 700 €
- Historikerin — Ø 37 500 €
- Flugbegleiterin — Ø 35 600 €
- Reiseberaterin — Ø 34 700 €
- Trader — Ø 72 400 €
- Journalistin — Ø 51 800 €
- Redakteurin — Ø 54 550 €
- PR-Redakteurin — Ø 48 300 €
- Statistikerin — Ø 63 300 €
- Sprachlehrerin — Ø 39 900 €
- Data Scientist — Ø 66 900 €
- Finanzberaterin — Ø 59 100 €
- Data Engineer — Ø 63 300 €
- Unternehmensberater — Ø 80 000 €
- Marktforscherin — Ø 53 700 €
Berufe, die vorerst weniger betroffen sind
Die Studie nennt zugleich 15 Tätigkeiten, bei denen menschliche Fertigkeiten und körperliche Arbeit eine große Rolle spielen. Dort sind Automatisierungseffekte durch generative KI gering:
- Pflegefachkraft — Ø 43 400 €
- Malerin — Ø 33 400 €
- Bestatter — Ø 33 500 €
- Kieferorthopädin — Ø 87 200 €
- Medizinische Fachangestellte — Ø 35 800 €
- Gesundheits- und Krankenpflegerin — Ø 43 800 €
- Küchenhilfe — Ø 26 900 €
- Feuerwehrfrau / Feuerwehrmann — Ø 51 000 €
- Masseurin / Physiotherapeutin — Ø 37 800 €
- KFZ-Mechanikerin — Ø 35 400 €
- Bauspezialist — Ø 44 600 €
- Dachdecker — Ø 37 000 €
- Reinigungskraft — Ø 26 500 €
- Gleisbauer — Ø 40 700 €
- Straßenbauer — Ø 39 500 €
Was Beschäftigte jetzt tun sollten
Die Kernbotschaft ist praktisch: Wer KI nur als Bedrohung sieht, verpasst Chancen. Wer lernt, KI sinnvoll einzusetzen, stärkt seine Position. Nützliche Schritte sind:
- Digitale Kompetenzen gezielt ausbauen, etwa Prompt-Engineering, Datenanalyse oder kollaborative Tools
- Aufgabenprofile prüfen und Prozesse so anpassen, dass Routinearbeit an KI ausgelagert werden kann
- Kommunikative, soziale und physische Fähigkeiten pflegen, die KI schwer reproduzieren kann
- Weiterbildung und lebenslanges Lernen als Berufsstrategie verankern
Die Studie und ihre Datengrundlage gelten Deutschlandweit und liefern kein Urteil zugunsten von Panik. Vielmehr zeigen die Ergebnisse ein differenziertes Bild: KI ersetzt selten ganze Berufsbilder, sie verändert Arbeitsweisen. Für Beschäftigte, Führungskräfte und Politik gilt es nun, den Wandel zu gestalten und die Chancen für bessere, effizientere Arbeit zu nutzen.

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