Nissan strafft Produktion in Sunderland und kündigt Abbau von 900 Stellen in Europa an
Nissan strafft Produktion und kündigt europaweiten Stellenabbau an
Sunderland — Der Autohersteller Nissan will eine seiner Produktionslinien am Werk in Sunderland zusammenlegen und zugleich rund 900 Stellen in Europa abbauen. Das Unternehmen bezeichnet die Maßnahmen als Teil des RE:Nissan Sanierungsplans, mit dem es eine schlankere und anpassungsfähigere Struktur anstrebt.
Laut Unternehmensangaben werden die beiden Linien, auf denen derzeit die Modelle Leaf, Juke und Qashqai gefertigt werden, zu einer einzigen Linie konsolidiert. Zu dieser Änderung sagte Nissan, dass durch die Zusammenlegung keine Stellen direkt an der Fertigungslinie verloren gingen. Parallel dazu laufen Gespräche über einen europaweiten Personalabbau von etwa zehn Prozent, der neben Bürostellen in mehreren Ländern auch die teilweise Schließung eines Lagers in Barcelona umfassen soll.
Freie Kapazitäten und neue Partner
Die Konsolidierung schafft an einer Stelle im Werk zusätzliche Kapazitäten, die Nissan zufolge genutzt werden könnten, um Fertigungsaufträge anderer Hersteller zu übernehmen. Das Unternehmen hat bereits Gespräche mit Drittfirmen geführt, darunter chinesische Hersteller, die Interesse an einer Nutzung der freien Kapazitäten gezeigt haben. Ziel sei es, die Auslastung des Werks zu sichern und wirtschaftliche Stabilität zu erhöhen.
Regionale Folgen und Reaktionen
Das Werk in Sunderland arbeitet derzeit unterhalb seiner möglichen Kapazität; die angekündigten Maßnahmen rücken die wirtschaftliche Bedeutung des Standorts in den Fokus. Gewerkschaften und Regionalvertreter haben Besorgnis über die angekündigten Einschnitte geäußert. Nissan betont, man wolle die Gespräche mit den Beschäftigten zum weiteren Vorgehen fortsetzen und Rahmenbedingungen schaffen, die eine nachhaltige Profitabilität ermöglichen.
In der Mitteilung hieß es, dass die Maßnahmen dazu dienen sollen, die Firma resilienter gegenüber Marktveränderungen zu machen und Strukturen zu vereinfachen. Details zu konkreten Standorten der Einschnitte sowie der genaue Zeitplan sollen in den anstehenden Konsultationen mit den europäischen Belegschaften geklärt werden.
Die Entscheidung setzt die Region unter Druck: Politik und Wirtschaft vor Ort werden nun prüfen, wie Kapazitäten vor Ort erhalten oder alternative Investitionen angelockt werden können. Nissan kündigte abschließend an, die Gespräche mit allen Betroffenen offen und transparent führen zu wollen.

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